Berliner Theatertreffen 2018

Die Kurzkritik zur Inszenierung an den Münchner Kammerspielen in der Berliner Zeitung – und hier:

Den Grabenkrieg und literweise Kirschwasser im Kopp, Spartakusbund, eine Liebe in Zeiten ohne Glück: Die süffige Revolutionsromanze des 20-jährigen Bertolt Brecht, uraufgeführt 1922 an den Münchner Kammerspielen, löst sich im letzten Drittel des Abends von ihrer strengen, historisierten Sperrholz-Kulisse und kommt so richtig in Fahrt. Traumhaftes Leuchtmittelfeuerwerk. Die Figuren lösen sich von den Spielern und verschmelzen miteinander: Es bleiben Scherenschnitt-Choräle, blutige. Vorher drei Akte Reibung an der Geschichte des Stückes selbst, an den Revolutionen auf der Straße und in uns selbst. Der Welt ist schlecht. Der Regisseur Christopher Rüping ruft: Kotzt nicht so romantisch.